Von Mary Bolster
Die CAR-T-Zell-Therapie ist ein komplexer Prozess. Patienten müssen sich Blutuntersuchungen unterziehen und dürfen keine Infektionen aufweisen. Bei kürzlich erfolgter oder unbehandelter Krebserkrankung kann die Behandlung abgelehnt werden. Weitere Einschränkungen können gelten, so Dr. Christina Ulane, außerordentliche Professorin für Neurologie am Columbia University Irving Medical Center, die an zwei laufenden CAR-T-Zell-Studien beteiligt ist.
Nach der Aufnahme in die Studie müssen den Patienten im Krankenhaus die weißen Blutkörperchen mittels Leukapherese entnommen werden. Dabei werden die weißen Blutkörperchen über einen großen Katheter im Hals des Patienten entnommen und von den roten Blutkörperchen und dem Plasma getrennt, die anschließend wieder in den Körper zurückgeführt werden. Der Vorgang dauert zwei bis drei Stunden und kann unangenehm sein, so Dr. Ulane.
Die Zellen werden anschließend an ein Unternehmen geschickt, das sie mithilfe von RNA oder DNA so verändert, dass sie je nach Erkrankung spezifische oder unspezifische B-Zellen angreifen können. Die Patienten setzen ihre reguläre Behandlung fort, während sie auf die Modifizierung der T-Zellen warten, was mehrere Wochen oder einige Monate dauern kann.
Sobald die modifizierten T-Zellen bereit sind, kehrt der Patient zur Infusion ins Krankenhaus zurück. Wurden die T-Zellen mittels DNA modifiziert, muss der Patient zuvor drei Tage lang eine immunsuppressive Chemotherapie erhalten.
Dadurch wird die Funktionsfähigkeit der CAR-T-Zellen verbessert. Dieser Schritt ist nicht erforderlich, wenn die T-Zellen mittels RNA modifiziert wurden.
Sobald der Patient bereit ist, dauert die Infusion etwa 15 Minuten. Patienten, die RNA-modifizierte T-Zellen erhalten, können noch am selben Tag nach Hause gehen. Patienten, die DNA-modifizierte T-Zellen erhalten, müssen laut Dr. Ulane sieben bis 14 Tage im Krankenhaus bleiben.
„Wir achten auf Nebenwirkungen wie das Zytokin-Freisetzungssyndrom (CRS) oder das mit Immun-Effektorzellen assoziierte Neurotoxizitätssyndrom (ICANS). Diese können im Krankenhaus schneller und aggressiver behandelt werden.“
Das Zytokin-Freisetzungssyndrom (CRS) und das Immun-assoziierte neurologische Syndrom (ICANS) gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen der CAR-T-Zell-Therapie. Beim CRS schüttet das Immunsystem zu viele Zytokine in den Blutkreislauf aus, was zu einer generalisierten Entzündung führt, die Organe und Gewebe schädigen kann. Das ICANS, das lebensbedrohlich sein kann, entsteht durch einen Anstieg der Zytokinkonzentration in der Zerebrospinalflüssigkeit und eine Störung der Blut-Hirn-Schranke.
CAR-T-Zell-StudienMary Bolster ist freiberufliche Gesundheitsjournalistin und ehemalige Chefredakteurin des Magazins Brain & Life.

