Neben einer umfassenden medizinischen und neurologischen Untersuchung können verschiedene Tests zur Diagnosestellung von MG herangezogen werden, beginnend mit der klinischen Untersuchung. Um festzustellen, ob Schwäche bei Aktivität vorliegt, kann ein Arzt den Patienten eine längere Aufgabe ausführen lassen, z. B. nach oben schauen, um zu sehen, ob die Augenlider zu hängen beginnen. Um auf Muskelschwäche zu testen, kann ein Arzt Sie bitten, wiederholt Übungen mit bestimmten Muskeln durchzuführen und Ihre Fähigkeit zur Erholung und Wiederherstellung der Kraft zu beobachten, um zu sehen, ob sich diese nach der Ruhe verbessert.
Die Diagnose MG wird mithilfe verschiedener Methoden bestätigt, unter anderem durch:
- Acetylcholin-Rezeptor (AChR)-Antikörpertest— Bluttest zum Nachweis abnormaler Antikörper. Bei etwa 85 % der Menschen mit MG-Diagnose ist dieser Antikörpertyp positiv.
- Anti-MuSK-Antikörpertest – Bluttest für MG-Patienten, deren Test auf Acetylcholin-Antikörper (AChR) negativ war. Bei etwa 6 % der MG-Patienten ohne AChR-Antikörper ist der Anti-MUSK-Antikörper positiv.
- LPR4-Antikörpertest – Bluttest, der bei Patienten durchgeführt werden kann, deren Test auf AChR- und MuSK-Antikörper negativ ausfällt. Dies ist ein neuerer Antikörper, der MG verursacht.
- Zellbasierte Assay-Tests – ein empfindlicherer Bluttest, der möglicherweise AChR-Antikörper bei Patienten nachweisen kann, die zuvor als seronegativ galten. In einer 2022 im Journal of Neuroimmunology veröffentlichten Studie wurden 18.2 % der seronegativen Patienten bei einem zellbasierten Test positiv auf AChR-Antikörper getestet.
- Eisbeuteltests – Eisbeuteltests sind Untersuchungen, die von Spezialisten durchgeführt werden, um Kraft- und Erholungsreaktionen zu bewerten, die mit einer MG-Diagnose vereinbar sein könnten. Bei diesem Test wird die Augenlidöffnung gemessen, ein Eisbeutel wird 2–5 Minuten lang auf das Auge gelegt und dann die Augenlidöffnung erneut gemessen.
- CT-Scan - Bei Patienten mit bestätigter MG oder MG-Symptomen wird häufig eine Untersuchung des Brustkorbs durchgeführt, um nach einem Thymom zu suchen, einem Tumor der Thymusdrüse, der MG verursachen kann.
- Elektromyographie (EMG) – Repetitive Nervenstimulationen (RNS) durch elektrische Schocks werden häufig eingesetzt, um die Muskelreaktion und das Aktionspotenzial zu messen und festzustellen, ob die Ergebnisse mit einer MG-Diagnose vereinbar sind.
- Einzelfaser-Elektromyographie (SFEMG) – Erkennt Defekte der neuromuskulären Übertragung durch Aufzeichnung von Aktionspotentialen einzelner Muskelfasern mithilfe einer kleinen Nadelelektrode.
- Medikamentenstudie – Patienten, deren Test auf Antikörper, die nachweislich MG verursachen, negativ ausfällt, werden möglicherweise gebeten, einige der zur Behandlung der Krankheit üblicherweise eingesetzten Medikamente auszuprobieren, um zu sehen, ob sie die Symptome lindern. Dazu gehören Mestinon (Pyridostigminbromid), Kortikosteroide (z. B. Prednison usw.) oder intravenöse Immunglobuline (IVIg).
- Edrophonium-Test – Edrophonium ist ein Medikament, das den Abbau von Acetylcholin verhindert. Dadurch kann der Arzt Ihre Muskelreaktion verstehen und feststellen, ob die Ergebnisse mit einer MG-Diagnose vereinbar sind. Dieser früher übliche Test wird heute wegen des Risikos schwerer Nebenwirkungen nur noch selten durchgeführt.
Die Ergebnisse einiger dieser Tests können negativ oder nicht eindeutig sein, selbst bei jemandem, der Symptome von MG aufweist. Um eine korrekte Diagnose stellen zu können, ist ein Arzt, der MG erkennen und von anderen Erkrankungen unterscheiden kann, wichtig.
