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Physiotherapie und Myasthenia gravis – Zusammenfassung des Webinars

Die hier bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Bildungszwecken und sind kein Ersatz für professionelle medizinische Beratung. Der Inhalt spiegelt das Fachwissen des Vortragenden wider und entspricht nicht notwendigerweise der Meinung, den Ansichten oder Empfehlungen der MGFA. Bitte wenden Sie sich an Ihren Arzt und medizinisches Fachpersonal, um spezifische Empfehlungen und Ratschläge zu Ihrer Gesundheitsversorgung/Behandlung zu erhalten.

Ist es sicher, Physiotherapie oder Sport zu machen, wenn man an Myasthenia gravis leidet? Dr. Christina Chrisman, eine Neuromuskuläre Spezialistin am Banner University Medical Center und der University of Arizona, untersucht die wissenschaftliche Literatur zu diesem Thema in unserem jüngsten Wellness-Webinar „Myasthenia gravis und Physiotherapie“.

Dr. Chrisman fasste 11 Studien zum Thema körperliche Aktivität zusammen, ging auf die allgemeinen Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von Sport für Menschen mit MG ein und betonte die Vorteile sowohl der Physio- als auch der Atemtherapie.

Sehen Sie sich das Webinar unten an, um ein tieferes Verständnis dieses Themas zu erlangen, einschließlich einer Überprüfung einzelner Studien zur Physiotherapie bei MG. Die wichtigsten Punkte ihres Webinars sind unten zusammengefasst.

  • Überlegungen zu den Übungen: Dr. Chrisman erklärte, dass sich MG von anderen neuromuskulären Erkrankungen unterscheidet, die zu abnormalen oder beschädigten Muskeln führen, wie MS oder ALS. Bei diesen Erkrankungen kann anstrengendes Training schädlich sein. Bei MG kann Training von Vorteil sein, wenn es richtig und unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt wird. Sie betonte, dass die Muskelbeanspruchung durch ausreichende Ruhe ausgeglichen werden muss, um Überanstrengung zu vermeiden.
  • Vorteile der Physiotherapie: Obwohl es nur begrenzte Belege für die physikalische Therapie bei MG gibt, deuten die verfügbaren Studien darauf hin, dass progressives Kraft- und Ausdauertraining die Muskelfunktion und die allgemeine Gesundheit verbessern kann. Diese Verbesserungen können dazu beitragen, der Muskelschwäche und -ermüdung entgegenzuwirken, die bei MG-Patienten häufig auftreten.
  • Atemtraining: Spezielle Übungen zur Stärkung der Atemmuskulatur, wie z. B. Ein- und Ausatemermüdungstraining, haben sich als sehr hilfreich bei der Verbesserung der Lungenkapazität, der Atemausdauer und der Verringerung von Kurzatmigkeit bei MG-Patienten erwiesen.
  • Gleichgewicht und Sturzprävention: Um das Sturzrisiko zu verringern, ist die Einbeziehung von Gleichgewichtstraining wichtig, insbesondere für Personen mit Schwäche in den Beinen oder der Rumpfmuskulatur.
  • Studienbeschränkungen: Dr. Chrisman betonte, dass die Belege für die Wirksamkeit von Physiotherapie bei MG auf begrenzten Studien mit kleinen Stichproben beruhen. Um die Vorteile von Bewegung bei MG weiter zu erforschen, sind weitere hochwertige Forschungsarbeiten erforderlich.
  • Betreute Übungen: Personen mit MG sollten unter Anleitung eines Physiotherapeuten mit dem Training beginnen, insbesondere wenn sie nach einer Zeit der Inaktivität wieder mit dem Training beginnen oder es wieder aufnehmen. Aktivitäten mit geringer Belastung wie Gehen, Schwimmen oder Fahrradergometer werden als sichere Möglichkeiten zum allmählichen Aufbau der Ausdauer empfohlen.
  • Maßgeschneiderte Programme: Physiotherapieprogramme sollten auf den Zustand und die Bedürfnisse jedes Patienten zugeschnitten sein und sich auf progressive Widerstands-, Gleichgewichts- und Atemübungen konzentrieren. Menschen mit MG sollten auch hochintensives Training vermeiden, das zu Muskelüberbeanspruchung und Ermüdung führen kann.
  • Atemschutz: Bei Personen mit Atembeschwerden kann Atemtraining helfen, das Zwerchfell zu stärken und die Atemeffizienz zu verbessern. Die regelmäßige Verwendung von Geräten wie Atemtrainern kann die Funktion der Atemmuskulatur unterstützen, wenn ein Patient in eine MG-Krise gerät.
  • Psychologische Unterstützung: Die Kombination von physikalischer Therapie mit psychologischen Interventionen kann die Lebensqualität der Patienten weiter verbessern und die emotionale und geistige Erschöpfung lindern, die oft mit MG einhergeht.
  • Überwachung der Fortschritte: Tools wie der Myasthenia Gravis Quality of Life (MG-QOL)-Score und andere Funktionsbeurteilungen können dabei helfen, die Auswirkungen der Physiotherapie auf das tägliche Leben zu verfolgen und Feedback für die fortlaufende Behandlung zu liefern.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Physiotherapie und körperliche Bewegung zwar zur Verbesserung der Lebensqualität von MG-Patienten beitragen können, es jedoch wichtig ist, die Trainingspläne sorgfältig anzupassen und sicherzustellen, dass sie den Fähigkeiten und der Schwere der Erkrankung des jeweiligen Patienten entsprechen.